Das die Hippiezeiten für Ibiza längst Vergangenheit sind stimmt. Das es keine echten Hippies mehr auf der Insel gibt, stimmt definitiv nicht.
In den 60er Jahren entdeckten die Blumenkinder die Insel. Das milde Klima, die Natur, die entfernte Lage vom damals von Franco beeinflußten Festland und vor allem die große Toleranz der Inselbewohner machte Ibiza zu einem wahren Paradies für sie. Es dauerte dann auch nicht lange, bis sich diese Tatsache über die spanischen Grenzen hinaus verbreitet hatte und die ersten Zuwanderer aus anderen europäischen Ländern und vor allem aus den USA auftauchten. Treffpunkte dieser Gemeinde waren vor allem die Fonda Pepe auf Formentera, die noch heute von ihrem legendären Ruf profitiert und Anitas Bar in Sant Carles.
Je mehr Hippies auf die Insel kamen, desto mehr ging der Ruf des Paradieses im Mittelmeer um und die Insel wurde zu einer Art Mythos. Langsam wurde aber auch die toleranz der Eingeborenen auf die Probe gestellt. Bevor es jedoch zu ernsthaftem Ärger kam, wurden die Hippies Stück für Stück vom Massentourismus verdrängt.
Heute gibt es immer noch jede Menge Ibiza-Urlauber, die sich gerne wie Hippies kleiden und sich ein paar Wochen im Jahr mal so richtig frei fühlen. Richtige Hippies gibt es aber nur noch wenige und die leben oft zurückgezogen in den Bergen. Einer, der die Mentalität von damals irgendwie noch heute lebt, ist Stewart, der sich irgendwo im Süden der Insel vor vielen Jahren eine Finca in den Wald gebaut hat und dort in Frieden mit der Natur und seinem Kräutergarten lebt. Manchmal sieht man ihn mit seinem langen, weißen Bart, ganz in weißen Klamotten, auf der Terrasse des Restaurants in der Cala d´Hort sitzen und den Abendhimmel über der Isla Vedra geniessen.