Allgemeines
Typisch Ibiza
Die Orte
Playas & Calas
Flora & Fauna
Ausflüge
Ibizas Geschichte
Feste & Feiertage
Museen
Sehenswert
Autovermietung
Boot-Charter
Fähren
Gesundheit
Hotels
Immobilien
Restaurants
Sport & Freizeit
Touristik-Infos
Dienstleistungen
Sprachschulen
Zeitschriften
Disco-Guide
Andere Parties
Bars
Tipps
Musik
Reiseführer
Aktivurlaub auf Ibiza
Belletristik
Kartenmaterial
Spanisch lernen
Bildbände
Kochbücher
Hörbücher
DVD & Video
Taschen & Accessoires
Forum
Bildergalerie
Wallpapers
Links
Typisch Ibiza Alioli Die Fincas Es Vedra Hierbas, Frigola, Palo Hippies Hippiemärkte Podenco Ibicenco Sobrassada & Co.
Rat und Tat zu allen Fragen
rund um Deinen Ibiza-Urlaub
und alles was mit der Insel zu
tun hat, findest Du im Forum!
 

Typisch Ibiza: Fincas

Kaum etwas prägt das Bild von Ibiza so sehr, wie die typisch ibizenkischen Bauernhäuser, die sich in bestimmten Abständen über die ganze Insel verteilen. Besonders auffällig ist dem Betrachter ihr einfaches, robustes Erscheinungsbild und der typische Aufbau aus ineinander verschachtelten Quadern verschiedener Höhen und Anordnungen, die jeder Finca ihren eigenen Charakter verleihen.

Aber eine Finca ist weit mehr, als nur ein einzelnes Haus in der weiten Landschaft der Pityuseninsel. Ursprünglich war sie der Lebensraum und die Versorgungsgrundlage einer ganzen Familie, die fast alles, was sie zum Leben brauchte, selber produzieren mußte. So bestand eine Finca gewöhnlich aus einem Wohnbereich, Stallungen, Lagermöglichkeiten, und den auch heute noch überall präsenten Terassenfeldern.

Der Aufbau des Gebäudes folgte einem seit Generationen bewährten Prinzip: Die Hauptwände
der Häuser wurden aus bis zu einem Meter dicken Doppelmauern aus Legesteinen aufgebaut, deren Zwischenraum mit den Abbruchstücken der vorher zurechtgemeißelten Steine und anderem Schotter gefüllt wurden. Die Innenräume und die Sonnenseiten des Hauses wurden verputzt und weiß gekalkt. Im Innenraum diente die weisse Farbe vor allem dazu, möglichst viel Licht durch die kleinen Fensteröffnungen in die Räume zu lassen. Außen konnte die Kalkfarbe einer Erwärmung der Mauern in den heißen Sommermonaten vorbeugen. Alljährlich muß die dünne Kalkfarbe neu auf die Hauswände aufgetragen werden, weil der aus der Sahara kommende Regen im Winter seinen Wüstensand über Ibiza abregnet und die weißen Wände in ein rötliches braun taucht. Es war für gewöhnlich die Aufgabe der Frau des Hauses, einmal im Frühjahr die Wände weiß zu tünchen.


Das Dach ist der aufwendigste Teil der Fincakonstruktion. Das Gerüst bildet ein Gitter aus Sabinastämmen, die ein so hartes Holz haben, das selbst die allgegenwärtigen Holzwürmer daran verzweifeln. Meist wird ein großer Stamm längs durch den Raum verlegt, auf den dann im Abstand von 30 - 50 cm Querbalken aufgetragen werden. Alle Balken werden im Mauerwerk verankert. Die Zwischenräume dieses Gerüsts werden mit Schindeln aus ebenfalls unverwüstlichen Harthölzern bedeckt. Darauf folgt eine Dämmschicht aus Seetang, gefolgt von einem Kalk/Kohle-Gemisch, das der Absorption der Feuchtigkeit dienen sollte. Die oberste Schicht des Fincadaches besteht gewöhnlich aus mehreren Tonschichten, die der Abdichtung gegen Regenwasser dienen. Wird das Dach undicht, so wird einfach eine neue, dünne Tonschicht aufgetragen. Das gesamte Dach erreicht mindestens eine Dicke von 30 cm, oft aber auch das doppelte.

Auch die Raumaufteilung ist immer ähnlich und richtet sich nach praktischen Gesichtspunkten des bäuerlichen Alltags. Der bauliche und soziale Mittelpunkt und gleichzeitig der älteste Teil jeder Finca ist die "Sala", der Hauptraum, der meist durch ein doppelschwingiges Portal mit dem Vorhof verbunden ist.

Direkt daran angegliedert sind die Schlafräume, deren Anzahl sich unter anderem nach der Größe der Familie richtet. Seitlich von der Sala befinden sich ein Vorratsraum und die meist relativ große Küche, an deren Außenseite die auffällige Halbkugel des Ofens angebaut ist. Im hinteren oder seitlichen Bereich des Gebäudes sind Stallungen und Geräteschuppen angesiedelt und in Höhe des ersten Stockwerkes findet man meistens die sogenannte Porxada, einen zu einer oder zwei Seiten offenen Raum, in dem Lebensmittel sicher vor Mäusen und Ratten aufbewahrt werden konnten, da diese Etage ursprünglich nur über eine Leiter zu erreichen war. Der im kargen Klima der Pityusen mit Abstand wichtigste Bestandteil einer Finca war die Zisterne, das Wasserreservoir des Hofes. Dieser unterirdische Tank, der mit Hand in den Fels geschlagen und dann wasserdicht verputzt wurde, befindet sich fast immer in unmittelbarer Nähe des Hauses, manchmal sogar unter dem Hauptraum. Im Winter wurden die Niederschläge über die verschieden hohen Dächer in die Zisterne geleitet, um in den trockenen Jahreszeiten sehr sparsam für den eigenen Bedarf und die Bewässerung von Pflanzen genutzt zu werden. Größere Fincas hatten manchmal noch zusätzliche Wasserreservoirs auf den Feldern.

Wie bei der Strukturierung der Räume fallen auch bei der Innenarchitektur Dinge auf, die sich in fast jeder Finca wiederholen.
In der Sala gibt es zum Beispiel grundsätzlich eine Doppel- oder Dreifachmulde in der Wand, die der Aufbewahrung von Krügen mit Öl, Wein und machmal auch Wasser dienten. Die Fenster sind von ihrem Durchmesser her für uns ungewöhnlich klein, da sie im Sommer das Eindringen der Hitze, im Winter das Entweichen der mühsam erzeugten Wärme verhindern sollen. Meist sind sie an der Außenseite von einem weiß gestrichenen Saum eingefaßt, vermutlich damit sich der Bereich um das Fenster nicht zu sehr erwärmt. Eine gute Ausleuchtung der Räume hat keine so hohe Priorität, da sich das tägliche Leben zum großen Teil in der hellen Sala oder im freien abspielt.

In der Umgebung des Hauses liegen Gärten, Felder und die Kakteenhecke, die gleichzeitig früher als natürliche Toilette diente und im Gegenzug einmal im Jahr eine reiche Ernte an vitaminreichen Früchten brachte.
Auf den Feldern wird Getreide, Wein, und Gemüse angebaut, die Schafe und Ziegen grasen auf brachliegenden Weiden und an den Bäumen wachsen Mandeln, Feigen, Affenbrot, Oliven, und Zitrusfrüchte. Irgendwo nahe dem Haus befindet sich die Aera, ein meist kreisrunder Platz, auf dem nach der Ernte das Getreide gedroschen wird. In den umliegenden Wäldern sieht man noch heute manchmal seltsame, längliche Gebilde aus Stein. Dort wurden früher Bienen gezüchtet.

Der Minimalismus der ibizenkischen Bauernhäuser und ihr beeindruckendes Erscheinungsbild haben viele Menschen, die aus dem Wirrwarr der Zivilisation zu Besuch waren, inspiriert. Jede Form und jedes Element einer Finca hat ihren Ursprung in einer Notwendigkeit, jede Form folgt einer Funktion. Genau das macht das "Design" eines solchen Hauses so vollkommen. Architekten wie Walther Gropius, Le Corbusier oder Raoul Hausmann haben hier ihre Ideale bestätigt gefunden und heute kann man an den abenteuerlichen Preisen für ibizenkische Fincas erkennen, das genau diese Ideale auch anderen Menschen immer besser gefallen.

 

 
Suchen:
Benutzerdef. Suche
Ibiza Newsletter:
Updates dieser Website und aktuelle Ereignisse auf Ibiza per email!
Deine E-mail:
anmelden
abmelden

Ibizawetter: